Naturwissenschaften    
Bereich Archäobotanik

Bei archäologischen Ausgrabungen treten in den Befunden unter den archäologischen Funden auch Pflanzenreste auf. Sie müssen sachgerecht geborgen, bearbeitet und archiviert werden. Man unterscheidet dabei Samen, Früchte, Hölzer und andere Pflanzenteile als sogenannte Makroreste von Blütenstaub (Pollen) und Farnsporen, den Mikroresten. Die Untersuchung beider Pflanzenresttypen erfolgt durch die Fachrichtung Archäobotanik.

Der Aktionsradius und das Lebenspotential von Mensch und Tier wurden stets durch ihre Umwelt bestimmt. Zur Rekonstruktion der Vegetations- und Landwirtschaftsgeschichte ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Fachrichtungen Archäologie und Botanik im Rahmen der denkmalpflegerischen Maßnahmen erforderlich (zur Methode Jacomet & Kreuz 1999).

Durch den Vergleich mit heutigen Pflanzen lassen sich die Pflanzenfunde unter dem Mikroskop bestimmen. Für die Auswertung unserer Ergebnisse sind grundlegende botanische und archäologische Kenntnisse sowie unser Datenbankprogramm ArboDat Voraussetzung.

Landwirtschaft und Umwelt bilden heute nach wie vor die existentielle Grundlage jeglicher Gesellschaftsform. Diese Wechselbeziehung historisch zu betrachten, ist daher von wesentlichem Interesse für unsere Zukunft.