Bezirksarchäologie – Denkmalschutz und Denkmalpflege in der Praxis

Durch Medienberichte erhält man oft den Eindruck, dass die Ausgrabung eines Fundplatzes oder eines Fundes in der Archäologie und Paläontologie immer an erster Stelle stehe. In der Bodendenkmalpflege ist dies nicht der Fall, denn hier geht es in erster Linie um den Schutz und Erhalt der Bodendenkmäler. Deshalb sind die Denkmalbehörden auch in die öffentlichen Planungen und Maßnahmen einbezogen. Sie prüfen neue Regionalpläne, Flächennutzungs- und Bebauungspläne, weil im Vorfeld noch Änderungen vorgenommen werden können. Somit können frühzeitig Gefahren für Bodendenkmäler erkannt und abgewendet werden.

In der Abteilung Archäologie und Paläontologie des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen nehmen sieben Bezirksarchäologen die Bodendenkmalpflege wahr. Vor Ort werden sie von hauptamtlichen Kreisarchäologen und ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegern unterstützt. Oft übernehmen Bezirksarchäologen auch die Leitung von Grabungen. Da für Ausgrabungen auch vielfach Grabungsfirmen beauftragt werden, gehört die Beaufsichtigung und Begutachtung der Grabungsdokumentation zum Aufgabengebiet der Bezirksarchäologen. Darüber hinaus organisieren sie Veranstaltungen, halten Vorträge und pflegen den Kontakt zu den ehrenamtlichen Mitarbeitern vor Ort. Die Paläontologie wird von Wiesbaden aus bislang nur von einem Paläontologen betreut. Hier gestaltet sich deshalb die Arbeitssituation oft schwierig.

 

Notbergung jungeiszeitlicher Nashornknochen durch die paläontologische Denkmalpflege in einem Gipssteinbruch bei Morschen-Konnefeld, Schwalm-Eder-Kreis.