Ehrenamtliche Bodendenkmalpflege In einigen Landkreisen Hessens hat
sich zum großen Nutzen der Landesarchäologie auch ehrenamtliche Bodendenkmalpflege etabliert. Diesen Kollegen sind wir alle angesichts ihrer großartigen Leistungen sehr zu Dank verpflichtet. Im Landkreis Gießen schaffte man es in
den vergangenen Jahren zahlreiche Bodendenkmäler vor dem Zerfall zu retten. Beste Beispiele hierfür sind das Römerkastell Holzheim und die Wasserburg von Grüningen. Im Hochtaunuskreis hat man sich besonders auf Geländebegehungen
spezialisiert. Mehrere Hundert neue Fundstellen konnten so im Laufe der Jahre erfasst werden. Seit einiger Zeit gibt es nun auch eine ehrenamtliche Bodendenkmalpflege im Lahn-Dill-Kreis und im Kreis Limburg-Weilburg. Schon jetzt
zeichnet sich ab, dass die vielen Rettungsgrabungen im Zuge von Baumaßnahmen das vorhandene Bild dieser Region in vor- und frühgeschichtlicher Zeit nachhaltig verändern. Hervorragende Arbeit wird auch in Wetzlar geleistet. Dort
gilt es, bei Baumaßnahmen im alten Stadtkern Relikte aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit zu sichern. Jeder, der mit Stadtarchäologie zu tun hat, weiß, dass angetroffene Befunde – Hausgrundrisse, Erdkeller, Latrinen,
Gerbergruben, Abfallshalden usw. – oftmals nur schwer zu deuten sind. Im Vergleich mit den hauptamtlichen Stellen haben die ehrenamtlichen Kollegen indessen das Handicap, dass sie diese
Leistungen nur in ihrer Freizeit erbringen können. Meist gibt es für sie allein schon aus Zeitmangel und in mancher Hinsicht auch aus Gründen des Datenschutzes kaum Gelegenheit, Einblick in Bauplanungen und Bauakten zu gewinnen.
Daher übernehmen sie in erster Linie eine „Feuerwehr-Funktion" insbesondere bei Baustellenbeobachtungen.
Karte mit stadt- und kreisarchäologischen Standorten. Grafik: rjm Medienservice
|