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Neue Regionalparkroute „Kulturhistorischer Weg am Limes" in der ersten Ausführungsphase
Das Projekt der neuen Regionalparkroute „Kulturhistorischer Weg am Limes" ist in seine erste Ausführungsphase
gegangen. Zur Abstimmung der Vorgehensweise trafen sich am 17. Januar 2007 in Limeshain in der Wetterau die Vertreter der Gemeinden und der Geschichtsvereine Hammersbach, Limeshain und
Altenstadt sowie des Regionalparkes RheinMain, des Planungsbüros Götte Landschaftsarchitekten und der Kreisarchäologie der Wetterau. In einem ausführlichen Gespräch wurden zunächst die Inhalte
der 12 Informationstafeln erläutert und ihre Standorte entlang der neuen Route besprochen. Weitere Diskussionspunkte betrafen verfahrenstechnische Maßnahmen, u. a. auch den Antrag für den zweiten
Bauabschnitt des Projektes. Der 3-stündige, zielorientierte Gedankenaustausch zeigte, dass in der Umsetzung des Konzeptes der neuen Regionalparkroute Altenstadt - Limeshain - Hammersbach durch
das engagierte Vorgehen aller Beteiligten in kürzester Zeit maßgebliche Schritte realisiert werden konnten. So können sich im frühen Sommer die Wanderer und Radfahrer bereits auf eine neue
Wegstrecke in der Wetterau freuen, die in aktiven Begegnungen mit der römischen Geschichte am Welterbe Limes einen erholsamen Kontakt mit Natur und Landschaft ermöglicht.
Limesentwicklungsplan Hessen ist online!
Ab sofort ermöglicht Hessen als erstes der vier Bundesländer, durch die der 550 km lange Limes in Deutschland verläuft, für jedermann einen
bequemen Zugang zum Limesentwicklungsplan für die 153 km lange, ehemalige römische Grenzanlage auf seinem Gebiet. Auf dieser Homepage – unter der Rubrik Limesentwicklungsplan – lässt sich der 650 Seiten starke, reich bebilderte Leitfaden für den Umgang mit dem hessischen Abschnitt des von der UNESCO 2005 zum
Welterbe ernannten Limes als PDF herunterladen. Der von der Hessischen Landesarchäologie erarbeitete, mit den Landkreisen und Kommunen, Naturschutzverbänden, Naturparks und
Forstbehörden sowie mit privaten Denkmalbesitzern abgestimmte Leitfaden listet zunächst die einzelnen baulichen Anlagen des Limes - Wall, Graben, Turmstellen,
Kastelle und deren Umgebung - in ihrem derzeitigen Bestand auf. Darauf aufbauend werden Maßnahmen vorgeschlagen, die zur Aufwertung dieser historischen Zeugnisse beitragen. Sie
betreffen den Schutz und die Pflege, die wissenschaftliche Erforschung sowie die didaktische Vermittlung im Gelände und in den Museen.
Im Winter raus in die frische Luft oder ins Museum?
Römerkastell Saalburg im Taunus |
Wer diese Frage bei einem Ausflug in der kalten Jahreszeit nicht entscheiden kann, dem sei ein Besuch
des Römerkastells Saalburg – Archäologischer Park im Taunus mit einem Spaziergang auf dem 2,4 km langen Rundwanderweg empfohlen, denn hier lässt sich beides
bei einer spannenden Erlebnistour zur römischen Geschichte miteinander verbinden.Die Saalburg wurde zwischen 1897 und 1907 auf den antiken Fundamenten des einstigen Römerkastells
erbaut und ist bislang das einzig wiedererrichtete römische Kastell weltweit.
Spielzeug in der Sonderausstellung: Kitharaspieler, Kleinasien 1.
Jh. v. Chr. bis 1. Jh. n. Chr. |
Bei einem Rundgang durch die rekonstruierten Gebäude des ehemaligen römischen Militärlagers erhält man so am
„Originalschauplatz" einen authentischen Einblick in das tägliche Leben der römischen Soldaten am Limes, der ehemaligen römischen Grenze.Die zahlreichen, faszinierenden Originalfunde in den
Ausstellungsräumen laden zu einer Zeitreise in die römische Antike ein und vermitteln einen Zugang zu den sehr individuellen Geschichten der
militärischen und zivilen Bevölkerung dieses Ortes an der Nordgrenze des Römischen Reiches, schließlich stand hinter jedem Exponat einstmals ein lebendiger Mensch!
Eine ganz besondere Attraktion ist derzeit die bis zum 29. April 2007 dauernde Sonderausstellung „Verspielte Antike – Puppen und
Kinderspielzeug bei Griechen und Römern". Die liebevoll gefertigten Objekte lassen Kindheitserinnerungen wach werden, und kleine wie große Besucher können erstaunt feststellen, dass sich manche
Spielzeuge seit 2000 Jahren kaum verändert haben. Rund um die Saalburg
Hier geht es zum Rundweg ... |
Um die Saalburg führt ein, auch bei feuchter Witterung bequem zu begehender, 2,4 km langer Rundwanderweg
durch die erholsame Taunuslandschaft. Sechs bebilderte Tafeln in Deutsch, Englisch und Französisch informieren über die Funktion des Limes, über frühe römische Bauten an der Saalburg sowie über
Rekonstruktionen von archäologischen Denkmälern, die aus der Zeit des Wiederaufbaus der Saalburg um 1900 stammen: die Modellschanzen, die Jupitersäule und das
Mithrasheiligtum. Beschildert ist die Strecke mit hölzernen Wegweisern, die mit dem stilisierten Tor des Kastells versehen sind.
Entlang des Weges gibt es jedoch darüber hinaus vieles zu entdecken und so fällt als erstes ein großes Putzmuster an der Südostecke des Kastells ins Auge, das zeigt, wie die Mauern der
römischen Militärlager einst verputzt waren.
In römischer Zeit waren die Mauern weiß verputzt |
Wenige Schritte östlich des Kastells trifft man auf eine Tafel, die daran erinnert, dass 1904 von der Saalburg
aus das erste internationale Automobilrennen auf deutschem Boden gestartet wurde. Zurück auf dem Rundweg dauert es nicht lange und man trifft auf das Welterbe Limes, die ehemalige
Außengrenze des Römischen Reiches. Hier befand sich zur Römerzeit ein Durchgang durch die Grenzanlage zur Kontrolle des Waren- und Personenverkehr zwischen Römern und Germanen.
Weiter geht es ein Stück entlang des gut sichtbaren Limes, und kurz nach dem Abbiegen nach Süden entdeckt der aufmerksame Betrachter rechter Hand auf
dem Grenzwall einen alten Limeshinweisstein. Linker Hand sind nun wieder die Mauern der Saalburg zu sehen. Der Weg führt nun durch die ehemalige Zivilsiedlung des
Kastells, deren einzelne Gebäude sich mit ihren konservierten Grundmauern im Boden erhalten haben und zu phantsievollen Überlegungen zum einstigen Leben an diesem den historischen Ort anregen.
Hier startete 1904 das erste internationale Automobilrennen in Deutschland |
Rekonstruierter Limesdurchgang nördlich der Saalburg |
Versteckt zwischen Bäumen - Hinweisstein auf dem Limes |
Wärme im Winter! Gebäude mit Heizungsanlage in der römischen Zivilsiedlung vor der Saalburg |
Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten und zur Sonderausstellung mit ihrem Begleitprogramm für
Kinder und Erwachsene unter www.saalburgmuseum.de. Unterstützung für die Aktion Mainschiff 2007 und
Limesinformationstafeln in Großkrotzenburg
Am Montag, den 11. Dezember, unterzeichneten der Heimat- und Geschichtsverein Großkrotzenburg und das E.ON Kraftwerk Staudinger einen Sponsoring-Vertrag für Aktivitäten, die
auf die römische Geschichte des Ortes und das Welterbe Limes aufmerksam machen. Neben dem technischen und kaufmännischen Leiter des Kraftwerkes, E. Kaufhold und T. Balling, und Frau H.
Kreß vom Heimat- und Geschichtsverein Großkrotzenburg e. V., nahmen auch der Hessische Landesarchäologe, Prof. Dr. E. Schallmayer, der Kreisarchäologe, Dr. H. O. Schmitt, sowie der
Bürgermeister von Großkrotzenburg, F. Engel, an der Vertragsunterzeichnung teil.E.ON Kraftwerk Staudinger übernimmt für den Heimat- und Geschichtsverein die Kosten für
verschiedene Limesinformationstafeln entlang eines Rundweges um das Römermuseum, das zum regionalen Limesinformationszentrum für den Main-Kinzig-Kreis gestaltet wird.
R. Eltner, E. Kaufold, Dr. H. O. Schmitt, Prof. Dr. E. Schallmayer, H. Kreß,
F. Engel und T. Balling (v. l. n. r.) setzen sich gemeinsam für die römische Geschichte Großkrotzburgs und das Welterbe Limes ein |
Darüber hinaus unterstützt das Kraftwerk als Hauptsponsor die Aktion „Römerschiff am Mainlimes" vom 28. August bis 9.
September sowie das große Römerfest in Großkrotzenburg zum Abschluss der gesamten Veranstaltung.Für ihn sei die Auseinandersetzung mit den Spuren der Römer in Großkrotzenburg ein
hoch spannendes Thema und er hoffe, dass es der Gemeinde gelingt, mit den verschiedenen Aktionen ein Stück
Geschichte zurückzugewinnen, erklärte Kraftwerksleiter E. Kaufhold, der zudem die überregionale Bedeutung der Projekte betonte. Denn ausschlaggebend für das Sponsoring sei nicht zuletzt die
Tatsache, dass das Römerschiff von Bayern nach Hessen fahren wird und somit über die Ortsgrenzen hinaus Brücken schlägt.
Der Hessische Landesarchäologe, Prof. Dr. E. Schallmayer, bedankte sich herzlich für das Interesse an den beiden Vorhaben und zeigte sich besonders begeistert darüber, dass die im
Limesentwicklungsplan vorgesehene Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen hier in bester Weise erreicht wurde. Die finanzielle Beteiligung an den
beiden Projekten sei ein hervorragendes Beispiel für eine gelungene Unterstützung der kulturellen Projekte des Landes Hessen durch die Privatwirtschaft.
hessenArchäologie 2005
Im neuen Jahrbuch für Archäologie und Paläontologie in Hessen, herausgegeben von der Archäologischen und Paläontologischen Denkmalpflege des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, das
zeitnah nach der Beendigung archäologischer Untersuchungen die Ergebnisse präsentiert, sind diesmal sieben, reich bebilderte Berichte zu interessanten Themen rund um des Welterbe Limes zu finden:
- E. Löhning, E. Schallmayer, Zum Abschluss der Sanierung der Kastelle Kleiner Feldberg und Kapersburg
- P. Knierriem, E. Löhning, Die „Heidenkirche" am Feldberg-Kastell
- A. Kreuz, Erste Hinweise zur Ernährung der römischen Soldaten und Arbeitstiere in der Kapersburg
- N. Fischer, E. Schallmayer, Untersuchungen an WP 4/70/71 „Hehlingsgrund" bei Hungen
- E. Schallmayer, P. Kühn, Limes und Landwehr – neue Forschungen zum Verständnis eines Bodendekmals
- C. Nickel, U. Schoenfelder, G. Schwitalla, Ein Brunnen in Heidenrod-Kemel
- E. Schallmayer, Das rekonstruierte Wasserbecken im Prätorium des Saalburgkastells
hessen ARCHÄOLOGIE 2005 Jahrbuch für Archäologie und Paläontologie in Hessen, herausgegeben von der Archäologischen
und Paläontologischen Denkmalpflege des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen (Stuttgart 2006). 24,90 Euro
Sitzung der Deutschen Limeskommission
Der Limes zwischen den Kastellen Saalburg und Kapersburg im Taunus |
Am Dienstag, den 21. November, trafen sich in Köln die Mitglieder der Deutschen Limeskommission
(www.deutsche-limeskommission.de) zum länderübergreifenden Informationsaustausch und um aktuelle Themen zu besprechen.Es wurde übereinstimmend festgestellt, dass in allen vier
beteiligten Bundesländern - Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern - zunehmend Aktivitäten rund um die ehemalige Außengrenze des Römischen Reiches stattfinden oder in Planung sind.
Dies zeigt, dass die Bedeutung des Welterbes Limes in der Öffentlichkeit erfolgreich wahrgenommen wird, was sich wiederum in der hohen Akzeptanz aller Beteiligten bei der
Umsetzung von Projekten vor Ort widerspiegelt. Im Herbst am Limes
Informationstafel zum Rundweg am Parkplatz Rotes Kreuz |
Wenn sich im Herbst die Blätter färben, dann zeigt sich der Hochtaunus mit seinen abwechslungsreichen
Mischwäldern von seiner bunten Seite und lockt hinaus zu einem Ausflug.Bei einem Spaziergang auf dem 3,5 km langen Rundweg um das Kastell Kleiner Feldberg sind die
langsam im Herbstwind herabfallenden Blätter und die spannende römische Geschichte dauerhafte Begleiter. An 11 Stationen entlang des Weges informieren
bebilderte Tafeln zur Geschichte des Limes und des Kastells sowie zur Geologie und Naturkunde. Ausgangsort ist der Parkplatz Rotes Kreuz an der Landesstraße L 3025 von Königstein nach
Oberreifenberg. Nach dem Überschreiten des Limes erscheinen nach wenigen Minuten überraschend und Neugier erweckend zwischen den Bäumen die konservierten Mauern des Kastells.
Kastell Kleiner Feldberg erscheint zwischen den Bäumen |
Informationstafel am Rundwanderweg |
Vor dem Haupttor lohnt ein 200 m langer, ausgeschilderter Abstecher rechts hoch in den Wald zur
Weilquelle, die bereits in römischer Zeit die Anwohner des Militärplatzes mit Wasser versorgte.
Das erst 2005 fertig sanierte Kastell präsentiert sich heute als Parkanlage, die zum Erforschen und erholsamen Verweilen einlädt. Besonders das Badegebäude nördlich des Militärlagers versetzt den
Betrachter in seiner Phantasie in der nunmehr kühleren Jahreszeit in das Leben der Soldaten an der ehemaligen römischen Grenze zurück.
Innenbebauung des Kastells Kleiner Feldberg |
Der Rundweg um das Militärlager führt schließlich erneut über den Limes und von reizvollen
Ausblicken begleitet, die immer wieder zum Innehalten verführen, zum Roten Kreuz zurück.
Blick vom Rundwanderweg auf Oberreifenberg |
Römerschiff am Mainlimes 2007 in Vorbereitung
Im Sommer 2007 feiern die Gemeinden am Mainlimes vom 29. August bis 9. September mit dem in jeder Hinsicht längsten Römerfest - 52 km und 12 Tage - das UNESCO Welterbe Limes.
Die erste große länderübergreifende Veranstaltung, initiiert vom Heimat- und Geschichtsverein Großkrotzenburg in Hessen sowie vom Förderkreis Römermuseum Obernburg in Bayern, wird
bereits jetzt gemeinsam vorbereitet und vom EON Kraftwerk Staudinger/Großkrotzenburg und der Sparkasse Miltenberg-Obernburg unterstützt. Während der 12 Tage wird ein Römerschiff, ein
Nachbau eines spätantiken Flusspatrouillenbootes, von Bürgstadt in Bayern bis Großkrotzenburg in Hessen fahren und dabei jeden Tag an einem anderen Ort am
Main, der sich mit einer besonderen Römeraktion präsentiert, anlegen.
Alle sind schon jetzt herzlich eingeladen, in ihren Sommerkalender während dieser Tage einen Ausflug
an den Main einzuplanen und miteinander zu feiern! Römerkastell Saalburg -
Archäologischer Park im Herbst und Winter Geänderte Öffnungszeiten Das einzige rekonstruierte Römerkastell mit seinem archäologischen Museum lädt auch im Herbst
und Winter zu einem Besuch ein. Die Öffnungszeiten passen sich vom 1. November 2006 bis 28. Februar 2007 allerdings den kürzeren Tagen an: Dienstag bis Sonntag von 9 bis 16 Uhr; am Montag
ist Ruhetag. Die Angebote im Bereich Führungen und Aktivprogramme für Gruppen finden, ebenfalls der Jahreszeit angepasst, weiter statt.
Museumscafé Taberna jetzt auch im Winter geöffnet
Das Museumscafé Taberna – ist bis auf die
Betriebsferien im Januar – zum ersten Mal auch im Winter zu folgenden Zeiten geöffnet: Dienstag bis Sonntag von 12 bis 16 Uhr. Wie schon bei den
Römern wird der Würzwein im Winter auf Wunsch als Glühwein serviert. Sonderausstellung Ab 18. November ist die Ausstellung „Verspielte Antike – Puppen und Spielzeug bei Griechen und Römern" zu
sehen. Rund 170 Objekte – Puppen, Rasseln, Tonpfeifen, Tierfiguren und Miniaturgefäße – lassen die bunte Kinderwelt der antiken Kulturen vom Alten
Ägypten bis zur Spätantike wieder lebendig werden.Aktuelle Informationen:
www.saalburgmuseum.de Mainlimes-Konferenz
Der Mainlimes ist ein besonderer Abschnitt des obergermanisch-raetischen Limes, der heute die Bundesländer Hessen und Bayern durchzieht. Hier wurde von den Römern keine künstliche
Grenzlinie errichtet – von Großkrotzenburg bis Bürgstadt diente der Main in römischer Zeit als Grenze.Am Freitag, den 20. Oktober, wurde vom Förderkreis Römermuseum in Obernburg am Main die
erste Mainlimes-Konferenz zur Ideenfindung bezüglich der Gestaltung der Zusammenarbeit der Anrainerkommunen am Mainlimes im Hinblick auf dessen neuen Status als Welterbe Limes veranstaltet.
Prof. Dr. E. Schallmayer, Hessischer Landesarchäologe und Direktor des
Römerkastells Saalburg Archäologischer Park bei der Mainlimes-Konferenz in Obernburg |
Im ersten Vortrag des Tages stellte der Hessische Landesarchäologe Prof. Dr. E. Schallmayer die
Geschichte und die Kastellorte des Mainlimes in Hessen vor. Da das Land Hessen als erstes der vier Bundesländer, durch die der insgesamt 550 km
lange Limes in Deutschland verläuft, einen Leitfaden für den Umgang mit der 153 km langen römischen Grenzanlage auf seinem Gebiet vorlegte, war der Hessische Landesarchäologe gebeten worden, über
diesen von der Hessischen Landesarchäologie erarbeiteten, mit den Landkreisen und Kommunen, Naturschutzverbänden, Naturparks und Forstbehörden sowie mit privaten Denkmalbesitzern
abgestimmten Limesentwicklungsplan zu berichten. Und so erläuterte Prof. Dr. E. Schallmayer in einem zweiten Vortrag die Gestaltung des Limesentwicklungsplanes sowie die verschiedenen
Instrumentarien und Organisationen, u. a. zum Beispiel die Limeslenkungsgruppe, die zur erfolgreichen Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen dieses Leitfadens in Hessen führen.
Als weitere Referenten waren zu hören: Prof. Dr. L. Wamser, Direktor der Archäologischen Staatssammlung München, Dr. B. Steidel, ebd., Dr. C. S. Sommer, Leiter der Abteilung
Bodendenkmalpflege im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, Dr. A. Thiel, Geschäftsführer der Deutschen Limeskommission, Dr. C. Flügel und Dr. W. Stäbler, Landesstelle für nichtstaatliche
Museen, München sowie Dr. M. Kemkes, Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Die ca. 200 Teilnehmer – Vertreter der Regierung Unterfranken und des Bezirkes Unterfranken,
Landrat R. Schwing vom Kreis Miltenberg, die Bürgermeister der Gemeinden am Mainlimes, Vertreter der Heimat- und Geschichtsvereine, Schüler und Studierende und vor allem zahlreiche
Obernburger – verfolgten mit großer Aufmerksamkeit die Veranstaltung, was das außerordentliche Interesse dieser hessisch-bayerischen Region an der Archäologie und am Welterbe Limes deutlich
unterstreicht. Zum Erfolg der ersten Mainlimes-Konferenz trugen aber auch nicht zuletzt die Mitglieder des
Fördervereins Römermuseum Obernburg bei, die für die ausgezeichnete Organisation und den schönen Blumenschmuck sorgten. Darüber hinaus boten sie den Gästen zur Stärkung einen
Eintopf nach einem Rezept des römischen Koches Apicius sowie als besonderes Getränk einen ersten fränkischen Mulsum – natürlich aus Frankenwein – an.
Im nächsten Frühjahr wird in Obernburg ein Workshop, unter Einbeziehung der Ergebnisse der Mainlimes-Konferenz, konkrete Maßnahmen und Projekte für die künftige touristische Präsentation
des Welterbes Limes entlang des Mains ausarbeiten. Sicher ist bereits, dass das Römermuseum Obernburg als überregionales zentrales Mainlimes-Museum eingerichtet wird.
Teilnehmer bei der Mainlimes-Konferenz in Obernburg |
Eine erste große, länderübergreifende Veranstaltung initiiert vom Heimat- und Geschichtsvereins
Großkrotzenburg sowie des Förderkreises Römermuseum Obernburg entlang des Mainlimes ist bereits in Vorbereitung und findet vom 29. August bis 9 September 2007 statt. Während dieser Tage
wird ein Römerschiff, ein Nachbau eines spätantiken Flusspatrouillenbootes, von Bürgstadt in Bayern bis Großkrotzenburg in Hessen fahren und dabei jeden Tag in einem anderen Ort am Main,
der sich mit einer besonderen Römeraktion präsentiert, anlegen. Zu diesem 12 Tage dauernden Römerfest entlang des Maines laden schon jetzt alle in Hessen und Bayern daran Beteiligten herzlich ein!
Konzept der neuen Regionalparkroute „Kulturhistorischer Weg am Limes"
Altenstadt – Limeshain – Hammersbach-Marköbel vorgestellt
Am Donnerstag, den 19. Oktober, präsentierten der Landrat des Wetteraukreises, R. Gnadl, der Hessische Landesarchäologe Prof. Dr. E. Schallmayer, der Kreisarchäologe Dr. J. Lindenthal,
Vertreter des Regionalparkes RheinMain, die Bürgermeister der Gemeinden Altenstadt, Limeshain und Hammersbach-Marköbel sowie Mitarbeiter des Planungsbüros Götte Landschaftsarchitekten
den Entwurf des Gesamtkonzeptes der neuen Regionalparkroute von Altenstadt über Limeshain nach Hammersbach-Marköbel.
Zufriedene Gesichter bei der Vorstellung des Konzeptes der neuen
Regionalparkroute Beteiligten, darunter Landrat R. Gnadl, Wetteraukreis, mit der Kopie der UNESCO-Welterbeurkunde Limes der Gemeinde Altenstadt |
Thema der Route ist der Limes, die ehemalige Außengrenze des Römischen Reiches, und das
damalige Leben der Menschen an dieser Grenze. Und so fand die Präsentation am Limes an der so genannten Drususeiche, benannt nach dem römischen Feldherrn Drusus (39-9 v. Chr.) auf
Hammersbacher Gemarkung statt, einer der künftigen Erlebnisstationen am geplanten ca. 9 km langen Wander- und Radweg.
Mit dem neuen Weg werden die beiden bereits bestehenden und beliebten Regionalparkrouten „Hohe Straße" und „Vulkanradweg" miteinander verbunden und der Limesradweg entlang des
obergermanisch-raetischen Limes erreicht. Entlang der Strecke von Altenstadt über Limeshain nach Hammersbach-Marköbel werden zehn Erlebnisstationen mit Informationstafeln und
außergewöhnlichen Installationen, die sich inhaltlich auf die örtlichen Gegebenheiten beziehen, dazu einladen, inne zu halten und sich aktiv mit der römischen Geschichte zu beschäftigen.
Von Anbeginn wurde die Hessische Landesarchäologie in die Grundkonzeption der Planung des Projektes und die Abstimmungsprozesse einbezogen. Und so betonte der Hessische
Landesarchäologe, Prof. Dr. Schallmayer, dass es für ihn außerordentlich erfreulich sei zu sehen, wie viele Elemente des Hessischen Limesentwicklungsplanes unter der konstruktiven Mitwirkung
der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen hier erfolgreich miteinander umgesetzt werden.
Der Landrat des Wetteraukreises, R. Gnadl, stellte die kreisübergreifende Koordinierung des Projekt heraus sowie die wichtige, Regionen verbindende Bedeutung innerhalb des Rhein-Maingebietes. Für
die drei Gemeinden Altenstadt, Limeshain und Hammersbach-Marköbel, unter deren Federführung das Vorhaben durchgeführt wird, stärkt die Realisierung des Projektes die gute kommunale Zusammenarbeit.
Vorentwurf zur neuen Regionalparkroute mit den Erlebnisstationen (zum Vergrößern bitte hier
anklicken) |
Somit wird das Welterbe Limes in Hessen durch das gemeinsame Engagement aller Beteiligten –
ganz im Sinne der Hessischen Landearchäologie – deutlich aufgewertet. Mit der neuen Regionalparkroute wird ein attraktives Ausflugsziel im Rhein-Maingebiet geschaffen, das die
Wanderer und Radfahrer in erholsamer Umgebung Geschichte und Archäologie auf vielfältige Art kurzweilig erleben lässt, was sich nicht zuletzt auch positiv auf das Verständnis und die Akzeptanz
für die Denkmalpflege vor Ort auswirken wird. Zweites Treffen der Limeslenkungsgruppe
Die Limeslenkungsgruppe, die sich zur Aufgabe gesetzt hat, die Umsetzung des Hessischen
Limesentwicklungsplans konstruktiv zu begleiten, trifft sich turnusmäßig zweimal im Jahr. Darüber hinaus berichtet die Gruppe regelmäßig über geplante Maßnahmen an der ehemaligen römischen
Grenze, den Stand ihrer Umsetzungen und den Umgang mit dem hessischen Abschnitt des Welterbes Limes an die Deutsche Limeskommission.
Erklärungen zur Geschichte des historischen Ortes anhand der neuen
Beschilderung im Kastell Alteburg-Arnsburg am Tag des Offenen Denkmals 2006. |
Dem Gremium gehören der Hessische Landesarchäologe, die Bezirksarchäologen sowie die haupt-
und ehrenamtlichen Kreisarchäologen der vom Limes berührten Kreise, Vertreter des Planungsverbandes Ballungsraum Frankfurt/RheinMain, der Geschäftsführer der Deutschen
Limeskommission, Dr. A. Thiel, und Mitarbeiter des Saalburgmuseums-Archäologischer Park an. Zur gegenseitigen fachübergreifenden Information und zum interdisziplinären Gedankenaustausch
können zudem Vertreter anderer Sachgebiete, die mit dem Limes in Kontakt stehen, wie z. B. Fachleute zum Thema Forst oder Touristik, eingeladen werden.
Das erste Treffen fand im Römerkastell Saalburg im Frühjahr dieses Jahres statt. Am Donnerstag, den 12. Oktober, traf sich die Gruppe jetzt zum zweiten Mal in Lich-Arnsburg.
Unter dem Vorsitz des Hessischen Landesarchäologen, Prof. Dr. E. Schallmayer, wurden in Arnsburg zunächst die derzeit in den Landkreisen in Planung wie auch in der Ausführung
befindlichen Projekte am Limes vorgestellt und diskutiert. Einige Einzelmaßnahmen konnten nach intensiver Beratung in verfahrenstechnischer Hinsicht miteinander abgestimmt werden.
Bei den engagierten Gesprächen zeigte sich nicht nur deutlich die Anzahl der vielfältigen Vorhaben, die in Hessen gegenwärtig durchgeführt werden. Besonders erfreulich ist auch die Tatsache, dass
der Limesentwicklungsplan regionalpolitisch von hoher Akzeptanz begleitet wird, was sich in der andauernd guten Zusammenarbeit aller daran Beteiligten und der aktuellen, erfolgreichen
Umsetzung eben dieser Projekte erkennen lässt. Ein solches, unter gesamtgesellschaftlichen Aspekten realisiertes Beispiel dafür wurde den
Teilnehmern schließlich nach der Sitzung bei der Besichtigung des Kastells Alteburg-Arnsburg vorgestellt. Der Archäologischen Gesellschaft in Hessen e. V. ist es gelungen, mit Unterstützung des
Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Hessischen Kulturstiftung sowie der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen Flächen des ehemaligen römischen Kastells und des
Kastelldorfes Alteburg-Arnsburg zu erwerben. Das Gelände wird nun aus der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen und in Grünland umgewandelt. Die im Boden
befindlichen archäologischen Denkmäler sind künftig somit nachhaltig gesichert. Die ausführliche Information zur Geschichte des historischen Ortes erfolgt durch die neue Beschilderung des
Kastells, die der ehrenamtliche Kreisarchäologe des Kreises Gießen, M. Blechschmidt, den Mitgliedern der Limeslenkungsgruppe vor Ort erläuterte und die bereits bei den zahlreichen
neugierigen Besuchern am Tag des Offenen Denkmals auf begeistertes Interesse gestoßen war. Die nächste Sitzung der Limeslenkungsgruppe findet 2007 im Raum Hanau statt. |
Egon Schallmayer, Der Limes. Geschichte einer Grenze Ein Jahr nach der Aufnahme des
obergermanisch-raetischen Limes in die Welterbeliste der UNESCO erschien im C. H. Beck Verlag in der Reihe Wissen eine zusammenfassende Darstellung der Außengrenzen des Römischen Reiches.
Für die handlichen Bände der bekannten und beliebten „bunten" Reihe gelingt es dem Verlag immer wieder, anerkannte Wissenschaftler ihres Faches für das jeweilige Thema als Autoren zu gewinnen, die ihre
Inhalte kompakt aber dennoch anschaulich und verständlich vermitteln. Das gilt auch für das in Grün gehaltene Buch mit rotem Limeswachtturm auf dem Umschlag. Der Verfasser, Prof. Dr. Egon Schallmayer,
ist Hessischer Landesarchäologe und Direktor des Saalburgmuseums - Archäologischer Park in Bad Homburg. Zu Beginn erläutert der Autor die Bedeutung des Begriffes Limes und beschreibt die Entwicklung der
Grenzanlagen in den verschieden Provinzen des Römischen Reiches vor dem Hintergrund der römischen Grenzpolitik. Es folgt - unter Einbeziehung der Forschungsgeschichte - die Beschreibung der
Entwicklung des obergermanisch-raetischen Limes, wobei das lokale Geschehen immer wieder mit der Gesamtgeschichte des Römischen Reiches eng verknüpft ist. Anschließend erhält der Leser
einen umfassenden Überblick über die Ausbauphasen des Limes unter besonderer Berücksichtigung des obergermanischen Abschnittes. Die Militäranlagen und die an der Grenze
stationierten Truppen werden dabei ebenso beschrieben wie das Leben der Soldaten und der zivilen Bevölkerung am Rande des Imperium Romanum. Ein weiterführendes Literaturverzeichnis beschließt die Lektüre.
Die komprimierte und dennoch immer wieder punktuell detailreiche Beschreibung der Geschichte der römischen Grenze erfüllt nicht nur das Informationsbedürfnis, sie weckt auch die Neugier und
lädt dazu ein, sich bei einem Besuch der streckenweise vielerorts immer noch gut sichtbaren Reste des Limes in die Welt der römischen Antike zurückzudenken und der eigenen Vorstellungskraft zur
römischen Geschichte Raum zu geben.
Limes lucet – der Limes leuchtet
500 Teilnehmer bei einer Nachtwanderung am Limes
Rekonstruierter beleuchteter Limeswachtturm auf dem Gaulskopf |
Als sich am Samstag, den 30. September, um 20 Uhr etwa 500 Teilnehmer vom Parkplatz Forsthaus
Winterstein in Ober-Mörlen auf den Weg zur ehemaligen römischen Grenze begaben, beteiligte sich auch der Himmel am mystisch-romantischen Geschehen in der Nacht und sandte Regen, Blitz und Donner.
Initiiert hatte die bislang einzigartige Veranstaltung am Welterbe Limes der Ober-Mörler Bürgermeister Sigbert Steffens in Zusammenarbeit mit dem Kreisarchäologen Dr. Jörg Lindenthal, der Schulleiterin
der Wintersteinschule, Rita Knapp, der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Mörlen und natürlich dem Hauptakteur, dem Langenhainer Lichtkünstler Norbert Mohr. Unterstützt wurde die Aktion von der Sparkasse
Oberhessen und dem Heimat- und Verkehrsverein Langenhain-Ziegenberg. Die Wanderer, ausgerüstet mit Taschenlampen, Leuchtstäben und Knicklichtern, erwartete bei den
Fundamenten einer römischen Wachtturmstelle am Limes und später am Kleinkastell Kaisergrube ein bunter Lichterzauber, der die Umgebung in eine
unwirkliche Szenerie tauchte. Ein „echter" römischer Soldat in voller Ausrüstung berichtete anschaulich aus seinem Leben und versetzte die Zuhörer für einige Momente zurück in die Welt der römischen Antike.
Entlang des Limes ging es weiter in Richtung Römerturm auf dem Gaulskopf, dessen bunt angestrahlte Mauern schon von weitem durch die Bäume leuchteten. Hier hatten die Kinder der
Ober-Mörler Wintersteinschule ihren großen Auftritt. Die ehemaligen Viertklässler übergaben die Patenschaft für „ihren" Limesturm feierlich an die neue vierte Klasse. Würstchen und Limonade
sorgten danach für frische Kräfte. Kurze Ansprachen des römischen Soldaten und des Kreisarchäologen Dr. J. Lindenthal,
Dankesworte von Schulleiterin R. Knapp an die Kinder und deren Eltern sowie von Bürgermeister S. Steffens an alle Beteiligten beendeten gegen 22 Uhr die außergewöhnliche nächtliche
Veranstaltung, die bei allen Teilnehmern große Begeisterung hervorrief. Baubeginn für das Museumsgebäude „Fabrica"
im Römerkastell Saalburg
Nachdem im Frühjahr 2004 das neue Institutsgebäude fertig gestellt worden war, steht jetzt der Bau der „Fabrica" an. Es handelt sich um ein Museumsgebäude, das für Ausstellungszwecke,
Veranstaltungen und für die Museumspädagogik genutzt werden soll.
Zukünftiges Museumsgebäude "Fabrica" im Rrömerkastell Saalburg |
Das zweigeschossige, schiefergedeckte Gebäude wird ca. 30 Meter breit, 40 Meter lang und bis zu
8,5 Meter hoch. Wie schon zwei bei weiteren Bauten im Kastell, dem Stabsgebäude (Principia) und dem Institutsgebäude (Praetorium), handelt es sich um einen so genannten Peristylbau - eine
vierflügelige Anlage mit Innenhof und Umgang. Der Innenhof wird mit einer Glaspyramide überdacht. Das neue Gebäude ist den Werkstattgebäuden der römischen Militärlager, den fabricae,
nachempfunden, deren Werkstätten um einen Innenhof angeordnet waren. So wird es in der Saalburg-Fabrica auch Werkstätten geben, in denen Handwerke wie zum Beispiel Schuster oder
Schreiner dargestellt und im Rahmen von Aktionen den Besuchern vorgeführt werden. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für das Frühjahr 2008 vorgesehen. Bauplanung und Bauleitung
liegen in den Händen des Landesbetriebs Hessisches Baumanagement, Regionalniederlassung Mitte, Außenstelle Friedberg.
Ein weiterer Schritt zum Archäologischen Park
Die „Fabrica" ist ein weiterer Teil der Gesamtmaßnahme „Ausbau der Saalburg zum
Archäologischen Park", finanziert aus Mitteln des Kulturinvestitionsprogramms der Hessischen Landesregierung und aus Haushaltsmitteln. Begonnen wurde das Gesamtprogramm mit der
Erweiterung des Institutsgebäudes, das im April 2004 bezogen wurde. Weiterhin werden zwei römische Häuser im Bereich des ehemaligen Lagerdorfes (vicus) vor dem Kastell errichtet, in dem
Kasse und Museumsshop ihren Platz finden werden. Zudem wird noch der Bauhof renoviert und erweitert. Die Fertigstellung aller Baumaßnahmen ist für Ende 2008 geplant. Vortrag
Am Sonntag, den 12. November 2006, hält Prof. Dr. Egon Schallmayer, der Direktor des Saalburgmuseums/Archäologischer Park, um 11 Uhr im Rahmen der Sonntagsmatineen im
Saalburgmuseum einen Vortrag zum Thema „Die Fabricae: Handwerkerbauten in römischen Kastellen" ( www.saalburgmuseum.de ). |
Tag des offenen Denkmals auf dem Gelände des Kastells Arnsburg bei Lich Am Tag des offenen Denkmals nutzten zahlreiche Besucher bei schönstem, spätsommerlichem Wetter die Gelegenheit zu einem Ausflug in die römische Geschichte.
Aufmerksame Zuhörer verfolgen die Erklärungen zur römischen Geschichte des Geländes |
Ein "römischer Auxiliarsoldat mit Familie" besucht Arnsburg (Museumspädagoge Herrmann vom Saalburgmuseum mit
Gattin und Sohn) |
Der Archäologischen Gesellschaft in Hessen e. V. war es gelungen, mit Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, der
Hessischen Kulturstiftung sowie der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen Flächen des ehemaligen römischen Kastells und des Kastelldorfes Arnsburg-Alteburg zu erwerben. Das Gelände wird nun
aus der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen und in Grünland umgewandelt. Die im Boden befindlichen archäologischen Denkmäler sind künftig somit nachhaltig gesichert. Der Ankauf
entspricht einer der Maßnahmen der hessischen Landesarchäologie, die im Limesentwicklungsplan zum Schutz des Welterbes Limes in Hessen vorgeschlagen wird.Am späten Sonntagvormittag des 10. September waren
die Mitglieder der Archäologischen Gesellschaft in Hessen e. V. eingeladen, in einem symbolischen Akt das Gelände „in Besitz zu nehmen" - eine Aufforderung, der gerne nachgekommen wurde.
An den bereits installierten Informationstafeln gab es ausführliche Erklärungen zum historischen Ort, die bei den aufmerksamen Zuhörern auf großes Interesse stießen.
Ein „Auxiliarsoldat" und seine „chattische" Lebensgefährtin mit ihrem Sohn, die vom Kastell Saalburg angereist waren, erinnerten die Anwesenden an die einstigen Bewohner der heute unter der Erde
verborgenen römischen Gebäude.
Führungen über das Gelände des Kastells und des Kastelldorfes Arnsburg |
In der warmen Nachmittagsonne folgten für das interessierte Publikum Führungen im Stundenrhythmus, ein Angebot, das großen Zuspruch fand.
Eifrige Helfer um den ehrenamtlichen Kreisarchäologen M. Blechschmidt des Kreises Gießen hatten für Biertischgarnituren, Zelte, Literaturverkaufsstände, Bratwürste und Getränke gesorgt, so dass es den
Gästen auf antikem Boden an nichts mangelte. „Welterbe Limes ist eine Erfolgsgeschichte"
Als Erfolgsgeschichte hat der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, die bisherige
Entwicklung im Zusammenhang mit dem Welterbe Limes in Hessen gewertet. Bei der Veranstaltung „UNESCO-Welterbe Limes in Hessen – Chancen und Verpflichtung" am 31. August 2006 im
Römerkastell Saalburg bei Bad Homburg würdigte der Minister das Engagement der Kreise und Kommunen am Limes und übergab deren Vertretern als Zeichen der Anerkennung Kopien der UNESCO-Welterbe-Urkunde.
Mit der Aufnahme des Limes in die Liste des Welterbes besitze das größte Bodendenkmal Mitteleuropas ein herausragendes Qualitätssiegel, sagte Corts. Damit verbunden sei die Verpflichtung
zu einem denkmalgerechten Umgang mit diesem einzigartigen Geschichtszeugnis. Bei allen Projekten müssten Pflege, Schutz und Erhaltung dieses hochempfindlichen Welterbes berücksichtigt werden. Der
von der Landesarchäologie 2005 vorgelegte Limesentwicklungsplan biete dazu eine ebenso hervorragende Grundlage wie für die wissenschaftliche Erforschung als auch die museale,
pädagogische und touristische Vermittlung. Gefragt sei freilich nicht zuletzt die Unterstützung der ganzen Region und des Einzelnen.
Bürgermeister aus der Wetterau mit Kopien der UNESCO-Urkunde zum Welterbe Limes |
Prof. Dr. Dieter Planck, Präsident des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg, dankte als
Vorsitzender der Deutschen Limeskommission dem Land Hessen und der Saalburg für den Beitrag, den sie im Zusammenhang mit dem Welterbe Limes geleistet haben, insbesondere für die Einrichtung
der Geschäftsstelle der Deutschen Limeskommission auf der Saalburg. „Von hier aus werden zukünftig die Geschicke im Umgang mit diesem Welterbe gelenkt. Damit verfügt die deutsche Landesarchäologie
über eine Einrichtung, die länderübergreifend koordiniert und zusammenfasst, so dass künftig trotz unterschiedlicher organisatorischer und rechtlicher Voraussetzungen der Umgang mit diesem Welterbe
und dessen Pflege nach einheitlichen Prinzipien und Strategien erfolgen und weiterentwickelt werden kann." Der Hessische Landesarchäologe und Saalburgdirektor Prof. Dr. Egon Schallmayer gab einen Überblick
über die Vielzahl an Aktivitäten am Limes sowie die Projekte, die inzwischen auf den Weg gebracht wurden beziehungsweise in Planung sind. Dabei hatte es sich als besonders hilfreich erwiesen, dass
die Archäologische Denkmalpflege schon frühzeitig den Limesentwicklungsplan erarbeitet und mit Kreisen und Kommunen, Naturschutzverbänden, Naturparks und Forstbehörden wie auch mit privaten
Denkmalbesitzern abgestimmt hat – eine große Aufgabe, führt doch der Limes in Hessen durch 38 Städte und Gemeinden in sechs Kreisen. Hessen hatte diesen Plan als erstes der vier beteiligten
Bundesländer noch vor der Ernennung des Limes zum Welterbe vorgelegt. So konnte ohne Zeitverzögerung mit der Umsetzung begonnen werden, die noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird.
Koordiniert werden alle Vorhaben von der so genannten Limeslenkungsgruppe. Sie steht in engem Kontakt mit der Deutschen Limeskommission, so dass alle Schritte im Einklang mit den Richtlinien der UNESCO erfolgen.
Vetreter des Kreises Gießen mit Regierungspräsident Wilfried Schmied (rechts) und
ehrenamtlichem Kreisbodendekmalpfleger Manfred Blechschmidt (links) |
Die Bemühungen um den Limes sind durchweg auf positive Resonanz gestoßen. Engagierte Landräte,
Bürgermeister, Vereine, Firmen und Privatpersonen haben sich mit viel Kreativität den Projekten gewidmet, Pläne konkretisiert und Geldquellen erschlossen. „Sie haben den Limes zu ihrer eigenen
Sache gemacht", sagte Schallmayer. „Der Wunsch der Landesarchäologie, den Umgang mit dem Welterbe Limes als gesamtgesellschaftliche Aufgabe anzusehen, hat sich erfüllt." Besonders erfreulich
sei es, dass bei den Projekten nicht nur die Chancen für den eigenen Standort gesehen worden seien. Eine große Rolle habe in Kenntnis der Verantwortung auch der Schutz des Welterbes, das
Hauptanliegen der UNESCO, gespielt. „Die vielen positiven Erfahrungen zeigen uns, dass die Idee des Welterbes verstanden worden ist."
Anschließend wurde am Hauptort der Limesvermittlung in Hessen, dem Römerkastell Saalburg – Archäologischer Park, die Gedenktafel für das UNESCO-Welterbe Limes enthüllt.
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Enthüllung der Gedenktafel UNESCO-Welterbe Limes vor dem Römerkastell Saalburg-Archäologischer Park. V. l. n. r.: Udo Corts, Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Egon
Schallmayer, Hessischer Landesarchäologe und Direktor des Saalburgmuseums, Prof. Dr. Dieter Planck, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Baden-Württemberg und Vorsitzender der Deutschen Limeskommisssion.
Die 60 x 45 Zentimeter große Bronzetafel ist in einen Stein aus Taunusquarzit eingelassen, der vor dem Eingang der Saalburg steht ( www.saalburgmuseum.de ).
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